weiter im Jahr 1927

Das 37. Schützenfest wurde am 26., 27. und 28. Juni abgehalten. Bei demselben errang
Herr Paul Dietze, Würschwitz die Königswürde.

Als Mitglieder wurden aufgenommen die Herren Otto Sommerlatte, Hermann Walter,
Felix Rosch, Paul Haferkorn, Karl Rantzsch, Nerchau und Max Schneiderheinze, Trebsen.
Herr Ernst Reißig wird als stellvertretender Platzmeister gewählt.
Zur Deckung der durch Legung der elektrischen Leitung entstandenen Kosten werden
Schuldscheine ausgegeben, wovon 40 Stück ausgelost wurden. Der Wert eines Schuldscheines ist 10,00 Mark. Es bleiben noch 74 Stück für spätere Auslosung übrig.
Die Legung der elektrischen Leitung vom Schützenhause nach dem Festplatz wird durch
Herrn Arno Bohry für einen Preis von 190,00 Mark ausgeführt.
Es wird ein umgearbeitetes Gewehr Mod. 98 angeschafft.
Herr Theodor Pautze legt sein Amt als Platzmeister nieder. An seine Stelle wählt man Herrn Bernhard Krämer.
Von oben erwähnten Schuldscheine werden weitere 37 Stück ausgelost.
Man beschließt, vom 1. Januar 1928 ab dem Wettinbund beizutreten.

1928

Das 38. Schützenfest wurde am 24., 25. und 26. Juni abgehalten. Bei demselben gab
Herr Erich Knobloch, Grottewitz den besten Schuß auf die Königsscheibe ab.

Als Mitglieder fanden Aufnahme die Herren Karl Timme, Walter Meißner, Kurt Kühne,
Paul Müller, Nerchau, Arthur Rost, Würschwitz und Max Bellmann, Neichen. Durch Tod
schieden aus die Herren Alexander Apelt und Franz Schuster.
Beim Schießen am Schützenfestsonntag passierte leider ein schweres Unglück. Der
Schulknabe Kunath, Trebsen, welcher in den Absperrungsbereich gelaufen war, wurde durch eine verirrte Kugel am Oberschenkel getroffen, wobei eine Schlagader verletzt wurde. Kunath starb auf dem Transport zum Wurzener Krankenhaus.
Infolge dieses Vorkommnisses wurde der Schießstand von der Behörde gesperrt. Das Königsschießen wurde deshalb auf dem Kleinkaliberschießstand abgehalten.
Von einem Schützenbruder, der nicht genannt werden will, wird eine Scheibenbüchse gestiftet.
Man tritt dem Schützengau Niedersachsen bei. Die Zugführer erhalten Achselstücke.

Der Tanzsalon wird ohne Tanzfläche für 350,00 Mark verkauft. Die Absicht, einen neuen
Tanzsalon zu erbauen, läßt man bis auf Weiteres fallen, da man sich zur Zeit dringend nur mit dem Schießstand zu befassen hat.

1929

Das 39. Schützenfest wurde am 23., 24. und 25. Juni abgehalten. Bei demselben errang
Herr Richard Berger die Königswürde.

Als Mitglieder wurden aufgenommen die Herren Max Beiermann, Walter Fähnig, Robert
Wachsmuth, Nerchau, Bruno Bufe, Gornewitz und Hellmuth Seidel, Fremdiswalde. Durch
Tod schieden die Herren August Vogel, Emil Grötzsch und Ehrenmitglied Karl Schneider
aus.
Von den zur Deckung der Kosten für die elektrische Anlage ausgegebenen Schuldscheine
werden die letzten 37 Stück ausgelost.
Zur Förderung des Um-oder Neubaues des Schießstandes wird ein Ausschuß gewählt.
Der Vorsitzende Herr Otto Pfütze legt sein Amt nieder.
Weil infolge der vielen behördliche Vorschriften, welche der Gesellschaft gemacht werden,
in bezug auf Absperrungsmaßnahmen usw. ein Schießen zum Schützenfest nicht möglich
war, wurde beschlossen, einen unterirdischen Schießstand erbauen zu lassen, um späteren Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Die Ausführung desselben wurde dem Mindestfordernden Herrn Max Pfütze für 8.300,00 Mark Pauschalsumme übertragen. Die erforderlichen Sandfuhren übernimmt die Eskadron.
Es wird eine Umlage von 20,00 Mark pro Mitglied erhoben, außerdem wurden mit 5 %
zu verzinsenden Schuldscheine aufgelegt.
Die Herrn Bernhard Eichler, Heinrich Thalemann, Nerchau und Richard Sander, Schmorditz, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Herr Max Döche erhält für 25jährige Mitgliedschaft das Ehrenzeichen und wird als 1. Vorsitzender gewählt.
Der neue Schießstand ist fertig gestellt und von der Behörde abgenommen worden.
Es findet noch ein Preisschießen statt.

1930

Das 40. Schützenfest, bei welchem auch die Einweihung des neu erbauten unterirdischen Schießstandes stattfand, wurde am 29., 30. Juni und 1. Juli abgehalten. Bei demselben gab Herr Arno Gruhl den besten Schuß auf die Königsscheibe ab.

Als Mitglieder wurden aufgenommen die Herren Erich Thalemann, Nerchau und Alfred
Knobloch, Ragewitz. Durch Tod sind ausgeschieden die Herren, Heinrich Thalemann,
Nerchau und Gustav Kleine Golzern.
Man beteiligt sich beim ersten Schützenfest und der Schießstandweihe der Schützengesellschaft Trebsen. Weiterhin beteiligt man sich an dem 50jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr.
Die Abrechnung über den Schießstandbau liegt vor. Sie schließt mit einem Gesamtbetrag
von 9.176,90 Mark ab. Zur Deckung dieses Betrages wird eine Hypothek von 3.000,00 Mark aufgenommen und der noch verbleibende Rest zum größten Teil durch Ausgabe von Schuldscheinen getilgt.
Die erste auf dem Schützenhause haftende und zur Zeit zur Aufwertung angemeldete
Hypothek von 4.000,00 Mark ist mit 1.000,00 Mark aufgewertet worden.
Die vom Wettinbund gestiftete Münze erhielt Herr Alfred Käbisch und zwar
1928 auf 10 Schuß mit 173 Ringen und
1929 auf 10 Schuß mit 180 Ringen.

1930

Das 41. Schützenfest fand am 28., 29. und 30. Juni statt. Bei demselben gab
Herr Otto Böhme den besten Schuß auf die Königsscheibe ab.

Als Mitglieder wurden aufgenommen die Herren Kurt Wodke, Rud. Reißig und Erich
Schwalbe, Nerchau. Herr Ernst Berge, welcher sich besondere Verdienste um die Gesellschaft erworben hat, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Für 25jährige Mitgliedschaft erhielt Herr Max Krake das Ehrenzeichen. Herr Erich
Knobloch, Grottewitz wird für Herrn Oswin Kötz, welcher eine Wiederwahl ablehnt,
in den Ausschuß gewählt. Es wird beschlossen auf 1 Jahr kein Eintrittsgeld zu erheben.
Herr Max Seidel legt sein Amt als Fahnenträger aus Gesundheitsrücksichten nieder,
sein Nachfolger wird Herr Rudolf Hennig.
Die Bodenbretter vom alten Tanzsalon werden an die Brauerei Cannewitz verkauft.
Es werden 16 Stück Schießstandanteilscheine ausgelost.

1932

50. Jubiläumsjahr
Das Jubeljahr war reich an Arbeiten. Es wurden abgehalten: 13 Ausschußsitzungen,
7 Versammlungen, 2 Hauptversammlungen.
Der Mitgliederbestand setzt sich zusammen aus: 104 steuerzahlenden und 2 steuerfreien Mitgliedern sowie 7 Ehrenmitgliedern.
Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt die Schützenbrüder:

Ernst Berge, Paul Kliemann, Hermann Keller, Paul Kühne, Louis Kötz,
Ferdinand Foll in Nerchau und Richard Hanns, Grottewitz.

Die 25jährige Mitgliedschaft erreichten die Schützenbrüder:
Johann Harnbach, Arno Stolze, Bernhard Krämer, Emil Schwalbe
und Paul Holzhausen.

Angemeldet haben sich die Herren
Hellmuth Pappisch, Curt Kötz, Werner Semmig, Würschwitz, Alfred Kurth,
Deditz, Oskar Kriemig, Baurat Dr. Koch und Zahnart Dr. Bräuer, Nerchau.

Abgemeldet haben sich Hermann Binder und Richard Höde.
Durch Tod schieden aus Otto Pfütze, Ernst Heinke und Julius Böhm.

Das Schützenfest verbunden mit der 50jährigen Gründungsfeier fand am 26., 27. und
28. Juni statt. Mit einem Kommers am Sonnabend wurde dasselbe eröffent. Der Turn-und Gesangsverein trugen zur Ausgestaltung des Abends bei. Herr Pfarrer Schmalfuß übernahm die Festrede. Von Emil Zeuner wurde ein Festausschuß ins Leben gerufen. Am Festzuge nahmen Festjungfrauen teil. Schützenfrauen überreichen eine Fahnenschleife und winden Girlanden zur Schmückung der Straßen.
Am Festzuge beteiligten sich viele auswärtige Gesellschaften mit ihren Fahnen. Von unserer Gesellschaft haben sich 83 aktive Schützen beteiligt. Außerdem alle bürgerlichen Vereine der Stadt.
Unserem derzeitigen Vorstand Max Döche gebührt noch besonderen Dank dafür, daß er
durch gute Vorbereitung zu dem glänzenden Verlauf des Festes beigetragen hat, ebenso dem Königshaus Otto Böhme.
Festzeitschrift und Berichte befinden sich im Protokollbuch.
Die Königswürde errang Schützenbruder Arno Pfütze.
Das übliche Preisschießen wurde am 9. Oktober abgehalten, Kränzchen fand am 25. Oktober statt. Das Ab-und Prämienschießen wurde am Ende der Saison abgehalten, mit demselben wurde die Nagelung unserer Fahne verbunden.
Seine Majestät Arno regt an, einen Kleinkaliberschießstand zu errichten. Nach
wahrgenommener Besichtigung und Sitzung des Gesamtvorstandes und Schießausschusses wurden die Vorarbeiten Baurat Dr. Koch übertragen.
Das Wettinschießen in Chemnitz wurde von ca. 20 Kameraden besucht. Zu demselben wurde ein Ehrenpreis von 20,00 Mark gestiftet. Am Schießen beteiligten sich Max Döche,
Alfred Käbisch und Paul Holzhausen, welche sich gute Resultate erschossen.
Louis Kötz legt den Kassiererposten nieder, an seine Stelle wird Alfred Pflaume gewählt.
Vom Ausschuß scheiden aus Moritz Oehmichen und Bruno Taubert. Selbige bitten von ihrer Wiederwahl Abstand zu nehmen. An deren Stelle werden Otto Böhme und Max Seidel gewählt.
Die vom Wettinbund gestiftete Jahresbestmünze erhielt:
1930/31 für Freihand: Max Döche
für Aufgelegt: Paul Holzhusen auf 15 Schuß mit 260 Ringen
1932 für Aufgelegt: Kurt Kühne auf 15 Schuß mit 240 Ringen

Von den für den Schießstandbau ausgegebenen Aktien wurden 15 Stück ausgelost.



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