Das Jahr 1920

Das Schützenfest fand am 23., 24. und 25. Juni statt. Herr Max Döche wird nach 6jähriger Königswürde durch Herrn Arno Semmig, Würschwitz, welcher den besten Schuß auf die Königsscheibe abgab, abgelöst.

Als Mitglieder fanden Aufnahme die Herren Otto Schulz, Walter Böhm, W. Thiele, P. Münch, Arno Lindner, Arno Gruhl, Nerchau, Paul Dietze, A. Rost, Würschwitz und A. Förster, Thümmlitz.
Vorsitzender Herr Max Glauch ist erkrankt und befindet sich zur Operation in der Leipziger
Klinik. Herr Ernst Berge leitet die Vereinsgeschäfte.
Durch Tod schieden aus: Herr Max Glauch, Deditz und Herr Louis Hantschmann, Cannewitz.

1921

Das 31. Schützenfest fand am 10., 11. und 12. Juli statt. Bei demselben gab
Herr Moritz Oehmichen den besten Schuß auf die Königsscheibe ab. Während seiner Regierung wurden aufgenommen die Herren W. Riedel, Paul Vogel, M. Bretschneider, Otto Pallas, Nerchau, Max Andrä, Alfred Hantschmann, Cannewitz, Alfred Hörig, Deditz. Erich Knobloch, Grottewitz, O. Kost, Gornewitz und Ed. Kupfer, Zöhda.
Herr Otto Pfütze wird als Vorsitzender, Herr Ernst Reißig in den Ausschuß gewählt.
Die Cannewitzer Pfarrwiese wird auf 5 Jahre bis 1926 gepachtet, Pachtpreis ist 120,00 Mark pro Jahr.
Es ist angeregt worden, anstelle unserer Joppe die deutsche Schützenuniform einzuführen.
Man beschließt aber, dieselbe beizubehalten, weil sie schön aussieht und sich den Joppen
anderer Gesellschaften gegenüber vorteilhaft abhebt.
Es wurden 13 Stück Schuldscheine ausgelost.

1922

Das 32. Schützenfest fand am 9., 10. und 11. Juni statt. Bei demselben errang
Herr Waldemar König die Königswürde.
Als Mitglieder wurden aufgenommen die Herren Richard Schmidt, Karl Hessel und
Hermann Binder, Nerchau und O. Winkler, Oelschütz.
Infolge der festgesetzten Geldentwertung (Inflation) haben Veranstaltungen, Steuerregulierungen usw. sehr zu leiden. Die eingesetzten Betriebsräte sind dagegen, daß zum Schützenfest mit Gewehr ausgezogen wird und haben deshalb eine Eingabe an die königliche Amtshauptmannschaft gerichtet.
Zur Auslosung gelangten 13 Stück Schuldverschreibungen.

1923

Dieses Jahr steht im Zeichen der Inflation. Der Pachtpreis für das Schützenhaus wird auf
50.000,00 Mark festgesetzt. Am 27.4. beschließt man, die Steuern vierteljährlich mit
1.000,00 Mark zu erheben.
Das Schützenfest findet am 8., 9. und 10. Juli statt. Bei demselben gab
Herr Franz Eschke, Schmorditz den besten Schuß auf die Königsscheibe ab.

Die Musik stellt Herr Trinks für 400.000,00 Mark. Den Bierausschank beim Wettreiten
wird für 10.000,00 Mark vergeben. Das Feuerwerk kostet 350.000,00 Mark.
Schützenfestabrechnung: Ausgaben 3.146.000,00 Mark

Einnahmen 2.908.635,00 Mark
mithin ein Fehlbetrag von 237.365,00 Mark.
Zur Deckung derselben stiftet der Vorsitzende Herr Otto Pfütze 100.000,00 Mark, Herr
Alfred Käbisch übernimmt die Begleichung der letzten Margaritenrechnung in Höhe von
144.000,00 Mark.

Als Mitglieder fanden Aufnahme die Herren Max Richter und Wilhelm Weidel, Schmorditz
und Max Schwarze, Cannewitz.
Am 30. 11. beschließt man in einer Ausschußsitzung, die Steuern wertbeständig zu erheben.
Es findet wieder die Auslosung von Schuldscheinen statt. Mit dieser sind nun alle Schuldscheine in Höhe von 8.000,00 Mark ausgelost. Die ungedeckten 4.000,00 Mark sind als Hypothek auf das Schützenhaus eingetragen.

1924

Bei dem am 29., 30. Juni und 1. Juli abgehaltenem Schützenfest errang
Herr Paul Fritzsche die Königswürde.
Als Mitglieder wurden aufgenommen die Herren Fr. Bandrock und Georg Pfütze, Nerchau,
Albin Böttger und Erich Petzold, Gornewitz.
Obenerwähnte Hypothek wird zur Aufwertung angemeldet. Der Schützenhauspächter erbittet sich, 300,00 Mark Goldwährung als Pacht zu zahlen.
Das Schützenhaus wird durch Herrn Malermeister Otto Böhme neu hergerichtet.
Herr Arno Semmig legt seine Funktion als Rittmeister nieder, als dessen Nachfolger wird
Herr Paul Dietze bestimmt. Da der Tanzsalon baufällig geworden ist, wird beschlossen,
einen neuen anbauen zu lassen. Die hierbei nötigen Vorarbeiten werden einer Kommission übertragen.
Am 75jährigen Jubiläum des Männergesangsvereins nimmt die Gesellschaft teil. Als Jahressteuern beschließt man 8.00 Mark zu erheben.

1925

Das Schützenfest fand am 28., 29. und 30. Juni statt. Bei demselben errang
Herr Reinhold Schneider die Königswürde.
Als Mitglieder fanden Aufnahme die Herren Karl Baldauf und Willy Bauer, Nerchau, ferner
Otto Gey, Golzern, Förster Büttner, Döben, Erich Born, Fremdiswalde und Max Schneiderheinze, Golzern.
Durch Tod schied aus Herr Reinhard Seidel, Grimma, welcher der Gesellschaft 35 Jahre angehörte.
Die Gesellschaft beteiligt sich am 40jährigen Jubiläum des Turnvereins und stiftet 30,00 Mark zum Ankauf eines Ehrengeschenkes.

Die Veranda ist baufällig geworden. Man beschließt, dieselbe neu in Beton herstellen zu
lassen und überträgt die Ausführung Herrn Baumeister Otto Pfütze.
Der Schützenhauspächter, Herr Paul Kühne zahlt einen jährlichen Pacht von 300,00 Mark
und für Abnutzung des Inventars 150,00 Mark, zusammen also 450,00 Mark.
Die Steuern werden auf jährlich 12,00 Mark erhöht. Der Vorsitzende des Schützenausschusses soll in Zukunft dem Gesamtausschuß angehören.
Am 6. September wurde hier ein Bundesreiten abgehalten.
Es wird beschlossen bis zum Schützenhaus und der Festwiese elektrische Leitung legen zu lassen. Für Legung bis zum Schützenhaus lautet der Kostenanschlag der "Luck" 2.000,00 Mark.
Die Leitung in die Räume des Schützenhauses läßt der Pächter Herr Kühne auf seine Kosten ausführen. Die Rechnung dafür lautet auf 200,00 Mark. Die spätere Übernahme durch die Gesellschaft soll zum Selbstkostenpreis geschehen, bei 10 % jährlicher Abschreibung.

1926

Das 36. Schützenfest findet am 27., 28. und 29. Jni statt. Bei demselben gab
Herr Otto Schultz den besten Schuß auf die Königsscheibe ab.
Die Herren Richard Höde, Moritz Hessel, Arno Bory, Rudolph Hennig, Nerchau und
Cl. Eschke, Schmorditz wurden als Mitglieder aufgenommen. Durch Tod schied Herr Arthur Weise aus. Der Fahnenträger Herr Arno Stolze legt sein Amt aus Gesundheitsrücksichten nieder. Sein Nachfolger wird Herr Max Seidel, dessen Stellvertreter Herr Hugo Dittrich.
Die Schützenbrüder und die Eskadron beteiligen sich an dem 25jährigen Jubiläum des
Radfahrvereins "Wanderlust". Von S.M. Otto IV. wird eine Königskette gestiftet. Es wird
eine Klingelleitung nach dem Schießstand in Kabel gelegt.



weiter lesen.....